Sport während dem Ramadan - Ja oder Nein?

Für viele ist der Ramadan eine besondere Zeit der Reflexion und des Fastens. Das verändert den Tagesrhythmus, was auch Auswirkungen auf den Sport und Bewegung hat.
Obwohl dieser Monat nicht für Hochleistungen gedacht ist, braucht unser Körper nach wie vor Bewegung und sportliche Impulse, damit es ihm gut geht.
Man selbst möchte vielleicht auch nicht völlig aus der Routine fallen und verlieren, was man sich aufgebaut hat.
Wichtig ist nur, dass man den Zeitpunkt fürs Training richtig wählt. Grundsätzlich empfehle ich, nicht zwischen Suhoor und Iftar zu trainieren, da das Risiko zu dehydrieren dann recht hoch ist.

Bleiben also folgende Zeitpunkte für das Training:

Vor dem Suhoor (der Mahlzeit vor Sonnenaufgang)

✔ du kannst direkt danach die Energiespeicher wieder auffüllen und auch ausreichend während und nach dem Training trinken
✔ der Körper ist nicht mit der Verdauung beschäftigt
✔ du kannst trainieren, nüchtern Leistung zu erbringen, was z.B. für Ausdauersportler interessant sein kann
❌ du musst früher aufstehen
❌ insbesondere, wenn du es nicht gewohnt bist, ist dein Kreislauf vielleicht noch nicht richtig "wach"

Direkt vor dem regulären Iftar (der Mahlzeit nach Sonnenuntergang)

✔ du kannst sofort nach dem Training richtig essen, was besonders schön sein kann
✔ du kannst ganz normal mit der Familie gemeinsam essen
❌ trinken geht erst nach dem Training (Vorsicht Dehydrierung)
❌ du hast vielleicht nicht so viel Energie
❌ oder auch keine Lust, weil die Willensstärke über Tag durchs Fasten "aufgebraucht" ist

Iftar etwas nach hinten verschieben (das wäre mein Favorit)

✔ du kannst zum Sonnenuntergang einen Snack, wie z.B. traditionell eine Dattel oder Shake zu dir nehmen und vor allem trinken
✔ Sport fällt nicht zu spät in den Abend
✔ für den Körper ist es eine sehr gute Variante, weil er ausreichend versorgt ins Training geht, ohne dass die Verdauung belastet ist
❌ man muss sich ggfs. mit anderen abstimmen, denn für viele hat der gemeinsame Iftar nicht nur eine soziale, sondern auch eine religiöse Bedeutung
❌ man muss länger warten, bis es etwas richtiges zu essen gibt

Auch wenn das für mich persönlich eine gute Lösung wäre, weiß ich, dass es für viele keine Option ist, denn für Muslime bedeutet der Ramadan weit mehr als nur den Verzicht auf Essen und Trinken und damit auch das genaue Einhalten.

Nach dem Essen

✔ Energievorräte und vor allem Flüssigkeit sind wieder aufgefüllt
✔ du musst dich nicht mit einem engen Zeitfenster oder frühem Aufstehen stressen
✔ wenn du danach ausgepowert bist, kannst du dich ausruhen
❌ es ist schwer, sich danach noch aufzuraffen
❌ die Verdauung ist beschäftigt und bei intensivem Sport kann dir übel werden
❌ es kann sein, dass du nach dem späten Sport schlechter einschlafen kannst

Jeder Körper reagiert anders auf das Fasten. Du hast bestimmt schon deine eigene Erfahrung damit gemacht, wie sich Sport und Bewegung während des Ramadan anfühlen. Wichtig ist, dass du auf dein Wohlbefinden achtest und die Trainingsvariante wählst, die für dich am besten passt.

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